Paradise Kiss: Zwischen Mode und Leidenschaft

Nach der Erweckung meiner Manga- und Anime-Leidenschaft dauerte es nicht lange, bis ich auch mit dem Zeichnen von eigenen Mangas begann. In dieser Entstehungszeit meiner selbst kreierten Geschichten traf ich auf eine reichte Inspirationsquelle, deren Zeichenstil mich bis heute noch beeindruckt: Ai Yazawa.

Schon recht früh zeichnete sich meine Affinität für Farben ab. Als ich das erste Mal einen Stift hielt, war dies die Geburtsstunde meiner großen Leidenschaft. Ich erschuf fortan primär Mensch und Tier mit meinem Malwerkzeug. Ich war süsse 13 Jahre alt, als ich die Welt des Mangas und nicht viel später auch die des Animes für mich entdeckte.

Paradise Kiss ist die Kurzgeschichte, mit der ich auf  Mangaka Ai Yazawa aufmerksam wurde. Mit 16 -17 erreichte ich damals das Ende der heißen Phase meiner Leidenschaft und fand eine neue, – die Acrylmalerei. Vor kurzem entdeckte ich den zugehörigen Anime und konnte der Nostalgie wegen dennoch nicht die Finger davon lassen.

Die Vorlage

In the world of art, all things are possible. – George

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Madhouse/Ai Yazawa – George und Yukari

Paradise Kiss erschien 1999 bis 2003 monatlich und kapitelweise in der populären, japanischen Modezeitschrift Zipper. Erst später fand sich ein Verlag, der die Geschichte in 5 Sammelbänden veröffentlichte. Die Nachfolgegeschichte von Yazawas Erfolg Gokinjo Monogatari erfreute sich zunehmender Beliebtheit und verkaufte sich schließlich über 5 Millionen Mal. Im deutschsprachigen Raum kamen wir ab Ende 2003 in den Genuss der Kurzgeschichte, wo Panini Comics erstmal die Verlegung übernahm.

Mangazeichnerin Ai Yazawa erschuf mit u.a. Paradise Kiss und Co. ihre ganz eigene Welt von schlaksigen, detailgetreuen Figuren mit ganz speziellen und unverkennbaren Stilelementen. Mode ist neben der Künstlerszene dabei ihr bevorzugtes Leitbild, was sich besonders in der Geschichtsumgebung als auch an der Beschaffenheit der Figuren zeigt. Vermutlich ist es gerade dieses Kernelement, welches für ihren Erfolg verantwortlich ist. Yazawa besuchte selbst eine Modeschule und gewinnt u.a. von der ikonischen Modedesignerin Vivienne Westwood ihre Inspiration. In ihren Geschichten bewegt man sich in einer fantastischen aber auch realitätsnahen Welt, die meist zentral von Charakteren handelt, welche gegen ihre traditionellen Seiten rebellieren.

Die Adaption

It’s my own honor that depends on me. I’ve chosen to walk my own path in a life that’s nobody else’s. – Yukari

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Madhouse – v.l.n.r:. Yukari, Arashi, Miwako, Isabella und George

Osamu Kobayashi übernahm die Adaption von Yazawas modischen Dramas der ersten Liebe im Jahr 2005 und führt uns optisch gekonnt in die Welt der haute couture und des stilistisch originellen Modeviertels Harajuku. Ton angebend ist neben der typisch universellen Odyssee der ersten Liebe und ihren Kummer- sowie Freudentränen, auch  die Botschaft, die auch mich immer wieder neue Hoffnung schöpfen lässt, sollten einmal Selbstzweifel aufkommen. Wie schon Haruki Murakami so schön schrieb: Wir dürfen uns nicht davor fürchten Träume zu haben und ihnen zu folgen.

Die Geschichte

I’ll everyone in this auditorium to…paradise. – Yukari

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Madhouse – Yukari als Model

Yukari ist Schülerin der Highschool und möchte nichts sehnlicher als diese mit herausragenden Noten abzuschließen, um auf eine ausgezeichnete Uni gehen zu können. Die brave 17-jährige  wünscht sich durch ihren schulischen Erfolg die Anerkennung ihrer strengen Mutter, da sie diese zuvor bitter enttäuscht hatte.

Die hübsche, langbeinige schwarzhaarige Jugendliche, hat allerdings die Rechnung ohne die  bunt zusammengewürfelte Truppe Modeschüler, die sich selbst Paradise Kiss nennt gemacht, die sie eines nachmittags auf der Straße ansprechen und in ihr Atelier einladen. Sie hatten sie zu ihrem persönlichen Model für die geplante Modeschau ihrer Schule auserkoren. Yukari bejaht, wenn auch zögerlich dieses Angebot und findet sich in der faszinierenden wie schrillen Modewelt Tokios wieder. Die Truppe wird angeführt durch den talentierten, visionären wie extraordinären Gentleman-Artsnob George, in den sie sich unweigerlich verliebt.

Paradise Kiss ist eine glamouröse, detailgespickte, modische Verwandlungsreise für Körper und Geist eines Bücherwurms ohne Zukunftswünsche in ein begehrtes Fashion-Model, welches das erste Mal in ihrem Leben die süsse und bittere erste Liebe gekostet hat. Humor sowie der Realitätsbezug kommen in der Geschichte Yazawas nicht zu kurz. Obendrein ist ihre Art von Detailreichtum gut übernommen. So wechseln beispielsweise die Figuren jede Folge ihre Kleidung, um wiederum als eine neue, beeindruckende, modische Erscheinung auf das Auge des Betrachters zu wirken.

Die Empfehlung

You need a little talent and boundless ambition and energy to match! If you have those things, then a path will open up. – George

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Madhouse

Für alle, die sich in der Routine des täglichen Lebens jemals gefangen fühlten, kann Yukaris Reise den Wunsch nach Abwechslung  und Selbstreflexion entfachen. Definitiv ist dieser Anime hauptsächlich für heranwachsende Frauen interessant, die selbst vor der Entscheidung stehen, wie ihre Zukunft aussehen soll. Es ist definitiv in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach sich bei all dem Angebot zurecht zu finden und auf die Stimme des Herzens zu vertrauen.

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