Style = Substance: Kill la Kill

Style = Substance: Kill la Kill

Wie sieht es aus, wenn sich die kreativen Köpfe hinter Tengen Toppa Gurren Lagann zusammentun und einen brutal-rasanten Anime über Kleidung und Mode machen? Die Antwort lautet: Kill la Kill!

Wo Neon Genesis Evangelion die Dekonstruktion des Mecha-Genres ist und Tengen Toppa Gurren Lagann anschließend die abgefahrene Rekonstruktion, dekonstruiert Puella Magi Madoka Magica effektiv Magical Girl/Panty Fighter-Animes, damit dann eine vollkommen bekloppte Serie wie Studio Triggers Kill la Kill ankommt und EUPHORISCH ALLE REGLER AUF MAXIMUM STELLT! HOLY SHIT!

Style = Substance: Kill la Kill
Gekommen um Ärsche zu treten: Matoi Ryuuko © Peppermint

Und dabei geht es zentral um … Kleidung! Wie? Oh ja, es fallen ominöse Begriffe wie Lebensfasern und Ultima-Uniformen; und Fragen danach, wer hier eigentlich wen trägt. Was als Racheplot an einer militanten Eliteakademie beginnt, entwickelt sich zu einem apokalyptischen Plot von epischen Ausmaßen. Begleitet von einem supercoolen Soundtrack wird wild gekämpft und geschnibbelt, immer größer, immer extremer und JEDE VERDAMMTE EPISODE FÜHLT SICH AN WIE DER FINALE SHOWDOWN!

Style = Substance: Kill la Kill
Showdown? © Peppermint

In einer World of Ham lebt es sich immer noch am besten; ähnlich wie in Tengen Toppa Gurren Lagann wird nämlich nicht normal kommuniziert, nein, JEDER ZWEITE DIALOG WIRD MIT MAXIMALER ENTSCHLOSSENHEIT GEBRÜLLT! Und das muss auch so sein, denn jede Aktion ist dermaßen überspitzt überdramatisiert, dass sich der Adrenalinspiegel erst nach der allerletzten Folge wieder senken kann.

Style = Substance: Kill la Kill
Je cooler die Schuluniform, desto mächtiger die Trägerin. © Peppermint

Wo sonst Panty-Fighter-Animes nur lächerliche Entschuldigungen einer Zweckhandlung hinschludern, bloß um Kämpfe mit zahlreichen sexistischen Fan-Service-Shots halbwegs rechtfertigen zu können, führt Kill la Kill nicht nur diese so häufig im Animebreich vorkommende Attitüde ad absurdum, indem die Darstellung selbstreflexiv zum Teil der zentralen Motive wird (Kleidung = Macht, Nacktheit = Rebellion), nein, der Plot windet und twistet sich auch noch alle paar Minuten, sodass man vor allem im letzten Drittel nie so recht weiß, wer eigentlich die Kontrolle hat, denn jeder Charakter HAT UNENDLICH VIELE ASSE IM ÄRMEL!

Style = Substance: Kill la Kill
Lässt sich nicht so leicht verkloppen: Kiryuuin Satsuki © Peppermint

Und immer wenn man denkt, dass die Serie sich nicht mehr steigern könnte, kommt die nächste Episode und setzt eiskalt noch einen drauf. Eigentlich müsste dieser Text durchgehend inbrünstig in großen Lettern geschrieben sein, wie sie die Serie auch framefüllend bei Namen von Figuren und Attacken ins Bild schleudert, UM DIESEM ULTIMATIVEM WAHNSINN IRGENDWIE ANSATZWEISE GERECHT ZU WERDEN, aber irgendwann geht jedem mal die Puste aus, nur Kill la Kill nicht.

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Solche Entspannungspausen lässt die Serie so gut wie nie zu. © Peppermint
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